Zeitschrift für Literatur, Kunst und Zeitkritik

Hefte 2007

LICHTUNGEN - 110/XXVIII. Jg./2007

Schwerpunkt:
Literatur aus Dresden

Kunstteil:
Verena Resch, RAM

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LICHTUNGEN, Zeitschrift für Literatur, Kunst und Zeitkritik
110 / XXVIII. Jg. / 2007, ISSN 1012-4705

Umschlag:
Verena Resch, RAM
Kunstteil:
RAM, Kunstbausatz


INHALT

 
LITERATUR
 
Ismail KADARE
Das Urbuch
3
Matthew SWEENEY
Gedichte
7
Ingram HARTINGER
Das letzte Heft (Auszug)
12
Joachim G. HAMMER
Windspiele. Gedichte (Auswahl)
20
Julian SCHUTTING
Elegie
23
René HAMANN
Drive
24
Clemens BERGER
Aufreizendes Geplapper
28
Sonja HARTER
acht hundert siebenundvierzig tage sehstörungen
34
José-Miguel ULLAN
Gedichte
37
Elisabeth TROPPER
Der Brief
43
Sandra NIERMEYER
Der Liebe wegen
45
Felicitas FERDER
Ouroboros
49
 
 
NEUE NAMEN
 
Thomas TALGER
Die Diktatur des Augenblicks
53
Bernhard SAUPE
Gedichte
58
 
 
LITERATUR AUS DRESDEN  
Carlos A. AGUILERA
(Einleitung)
62
Durs GRÜNBEIN
63
Eleonora HUMMEL
64
Jayne-Ann IGEL
68
Marcel BEYER
70
Jens WONNEBERGER
71
Peter GEHRISCH
73
Michael WÜSTEFELD
77
Undine MATERNI
79
Axel HELBIG / Carlos A. AGUILERA
(Interview)
86
 
 
LITERATURWETTBEWERB DER AKADEMIE GRAZ 2006
 
Joachim VÖTTER
Prokrustes Couch
(2. Preis)
92
 
 
KUNST
 
Werner FENZ
 
Oh, It’s A Melitta
110
RAM. Ein Kunstbausatz.
97-110
 
 
ZEITKRITIK
 
Christian MILZ
Das Tor des Unheils
111
 
 
ZU DEN AUTORiNNEN
121

LITERATUR AUS DRESDEN
DRESDEN. Eine Postkarte .
Carlos A. AGUILERA

Walter Benjamin sagte einmal, dass man fähig sein müsse, sich in einer Stadt zu verirren, „wie man sich in einem Wald verirrt“. Das bedeutet, den Bewegungen der Vögel in den Bäumen zu folgen, uns die Gesichter der Menschen, die nah an uns vorübergehen, anzusehen, zu lauschen... Mit dieser Vorstellung im Kopf habe ich mich entschieden, die neun hier versammelten SchriftstellerInnen einzuladen. Nicht zu dem Zweck, dass sie uns eine Karte der Zu- und Ausgänge zu diesem Territorium liefern, das in so kurzer Zeit die Wirkung dreier „fataler Strategien“ durchleben musste (das isolierte, von Preußens Hohenzollern dominierte Kaiserreich – die blinde Klinge des Nationalsozialismus – die „Diktatur des Proletariats“), sondern damit ein jeder, eine jede uns sein Stückchen Nicht-Stadt zeigt. Jenes Da, an dem es zum polemischen Aufeinandertreffen zwischen der emotionalen Bindung an den Ort, an dem man lebt, und dem Dialog mit (und gegen) sich selbst, den jede Art von Literatur darstellt, kommt, diesem ewigen Alarmzustand, von dem Edward W. Said spricht. Außerdem zeigen uns die AutorInnen, während sie auf paradoxe Weise durch ihre eigene Nicht-Stadt wandern (gibt es denn eine andere Art, die Stadt zu denken, als sie dabei zu zerstören?), einige der Schreibweisen, die in Dresden in den letzten Jahren zirkulierten, dieses Durcheinander von Gruppen, Meinungen und Kriegen, das überall und zu jeder Stunde so selbstverständlich ist. Könnte man daher von einer Ähnlichkeit ihrer Stile sprechen? Oder von einem Szenarium, das sie nicht gegensätzlich, sondern einander ähnlich macht? Von einer fixen Idee, einer Neurose, einem Schrecken, einem Kontext? Schwer zu sagen. Die Prosatexte, Gedichte, Meinungen, die in diesem Dossier versammelt sind, entstanden unter dem Einfluss verschiedener Erfahrungen und Anregungen, und die Tatsache, dass sie sich hier nebeneinander finden, verdankt sich nicht nur der Zufälligkeit oder provozierenden Autosuggestion des Auswählenden, sondern vor allem der den Texten innewohnenden Strahlkraft der Worte. Und von diesem Licht, diesem Glanz haben wir versucht, hier Zeugnis abzulegen. Hoffentlich schon. Hoffentlich.

Aus dem Spanischen von Udo Kawasser, Wien


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