Zeitschrift für Literatur, Kunst und Zeitkritik

Hefte 2004

LICHTUNGEN - 97/XXV. Jg./2004

Schwerpunkt:
Literatur aus Graz & KUNST/TRANS: Via GRAZ

Kunstteil:
CYM / Veronika Dreier / Fedo Ertl / Martin Gansberger / Doris Jauk-Hinz / Bernhard Luthringshausen / Christian Marczik / Gue Schmidt / Klaus Schuster / Erwin Talker / Eva Ursprung / Nina Wirnsberger

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LICHTUNGEN, Zeitschrift für Literatur, Kunst und Zeitkritik
97 / XXV. Jg. / 2004, ISSN 1012-4705

Umschlag: Klaus Schuster
Kunstteil: Klaus Schuster / Martin Gansberger / Bernhard Luthringshausen / Nina Wirnsberger / Erwin Talker / CYM / Fedo Ertl/ Christian Marczik / Veronika Dreier / Doris Jauk-Hinz / Eva Ursprung / Gue Schmidt


EDITORIAL

Diese Ausgabe der LICHTUNGEN ist dem profunden Kenner, dem großen Förderer der Literatur in dieser Stadt, in diesem Land, Heinz Hartwig, gewidmet.

Markus Jaroschka, Herausgeber

LITERATUR AUS EUROPA, LITERATUR AUS GRAZ

Eine Aufgabe der Literatur besteht darin, herrschende Gewissheiten infrage zu stellen und Gegenthesen zu entwerfen.
Literatur ist die Bereitschaft, auf etwas oder jemanden einzugehen. Man könnte die Literatur auch als das Archiv der Bereitschaft von Menschen bezeichnen, auf das einzugehen, was im Entwicklungsprozess der Kulturen und in ihren Wechselbeziehungen lebendig und was todgeweiht ist.
Ein Schriftsteller... ist jemand, der der Welt seine Aufmerksamkeit widmet. Jemand, der zu verstehen versucht, zu welcher Bosheit Menschen fähig sind, und der darauf einzugehen versucht, ohne sich durch solches Verstehen korrumpieren zu lassen, ohne darüber zynisch oder oberflächlich zu werden.
Literatur kann uns sagen, wie die Welt beschaffen ist. Literatur kann uns Maßstäbe geben, kann uns ein tiefes Wissen vermitteln, das in der Sprache und im Erzählen Gestalt annimmt.
Susan Sontag
Die 25. Stadt im Literaturprojekt "transLOKAL - Literatur aus europäischen Städten" ist Graz. Was soll man über Graz noch sagen, was nicht alles schon gesagt oder geschrieben worden ist? Also schon wieder Literatur aus Graz? Warum nicht? Ja, trotz alledem!
Man kann natürlich auch uneigennützig, wie Markus Jaroschka seine LICHTUNGEN redigiert, ein Heft von/über Graz machen, in jener Form, an die wir uns gewöhnt haben; oder man kann durchaus eigennützig AutorInnen bitten, einen Text zu schreiben und zur Verfügung zu stellen - ohne Themenvorgabe, ohne dass sie von mir redigiert oder gar korrigiert werden.
In den gut 20 Jahren, in denen ich das Vergnügen hatte, die Literaturszene sozusagen berufsmäßig zu beobachten und die LiteratInnen zu begleiten, sind viele Freundschaften entstanden, lose wie feste; manche LiteratInnen habe ich wieder verloren, weil sie weggegangen sind oder aus anderen Gründen.
Nicht bei allen hat, wie man so schön sagt, die Chemie gestimmt. Ich bekenne mich durchaus schuldig. Aber mit der überwiegenden Mehrzahl verbindet mich mittlerweile so etwas wie Freundschaft, glaube ich sagen zu dürfen. Und so wollte ich sie noch einmal zu einem gemeinsamen Auftritt bitten. Nicht alle wollten dabei sein. Meine Auswahl ist naturgemäß subjektiv; manche Namen wird der Leser vermissen oder sich fragen, warum er oder sie nicht dabei sind. Bei anderen fragt er sich vielleicht, warum ausgerechnet er oder sie schon dabei sind.
Ich denke mir, dass es ja auch eine Aufgabe einer Literaturzeitschrift sein kann, den einen oder die andere der anderen oder dem einen vorzuziehen.
Die 33 Namen, so behaupte ich, sind repräsentativ für die Grazer Literaturszene, für jene, die da geblieben, wie auch für jene, die fortgegangen sind. Sechs Autoren, die für mein Literaturverständnis - und dazu zähle ich auch die Theaterliteratur - prägend waren, sind leider nicht mehr unter uns. Von ihnen habe ich Texte ausgewählt, die für mich wichtig waren und sind.
Mit Helmut Eisendle verbindet mich unter anderem die gemeinsame Liebe zum Diskutieren und zum Theater. Seine erste Theaterarbeit konnte ich in meinen ersten Theaterjahren in Graz realisieren.
Ernst Hammer war der genaue Leser und Literaturkenner, der mich in meinen Anfängen in der Literaturabteilung des ORF beobachtet, begleitet und ermuntert hat.
Alois Hergouth war für mich eine der beeindruckendsten Persönlichkeiten, die ich in den Anfängen des "forum stadtpark" kennen lernen durfte.
Werner Schwab, den ich leider nur von der Bühne her kannte, hat mich in meiner großen Liebe zum Theater und vor allem zu neuen Stück bestärkt.
Rudolf Stibill, der früh von Graz weggegangen ist, durfte ich anlässlich eines Österreich-Besuches kennen lernen. Hier in Graz hat er sich entschlossen, wieder mit dem Schreiben anzufangen.
Abschließend möchte ich den AutorInnen für ihre Bereitschaft mitzumachen danken; meinem Schul kollegen Werner Fenz, der mir manches, die Bildende Kunst betreffend, erklärt hat, aber besonders Markus Jaroschka, der mir noch einmal die Möglichkeit geboten hat, seine LICHTUNGEN vielleicht ein wenig Zweck entfremdend zu meiner Bühne zu machen.

Heinz HARTWIG
Graz, im Oktober 2003

INHALT  

 
EDITORIAL    
Heinz HARTWIG Literatur aus Europa, Literatur aus Graz
1
 
LITERATUR AUS GRAZ
 
25. Stadt im Literaturprojekt "transLOKAL - Literatur aus europäischen Städten"
 
in Kooperation mit GRAZ 2003 - KULTURHAUPTSTADT EUROPAS
 
Verantwortlich für die Auswahl: Dr. Heinz HARTWIG, Graz
 
 
IN MEMORIAM  
 
Helmut EISENDLE Ein Stück des blauen Himmels (Romanauszug)
3
Gunter FALK Gunter Falk. Das 19. Kapitel
5
Ernst HAMMER Bockschauen (Romanauszug)
10
Alois HERGOUTH Illustrierte Zeitung / Moderne Prophetie / Traumland (Gedichte)
13
Werner SCHWAB Der Schreibmuskel und der Suchtfetzen
16
Rudolf STIBILL Gesang zum Troste / Die Brücke der nichtssagenden Verbindlichkeiten
19
 
KUNST  
 
Werner FENZ KUNST/TRANS: Via Graz.
 
  Die Äquidistanz zwischen Peripherie und Zentrum
21,34,35,52
Klaus SCHUSTER Welt
22
Martin GANSBERGER/Bernhard LUTHRINGSHAUSEN/Nina WIRNSBERGER: Satzball
26
Erwin TALKER India 2003
30
CYM cym at home
36
Fedo ERTL/Christian MARCZIK: Graz spricht viele Sprachen
40
Veronika DREIER/Doris JAUK-HINZ/Eva URSPRUNG: The Danube Streaming Show
44
Gue SCHMIDT MEMO(random) / MEMO(ry)
48
 
LITERATUR AUS GRAZ
 
Wolfgang BAUER Schmutziges Wasser (Gedicht)
53
Helwig BRUNNER Gedichte
55
Alexander DUNST Frühjahr, Blick morgens / Klosterwiesgasse 9/2 (Gedichte)
59
Günter EICHBERGER Ein Bewußtsein wird vorgeführt
62
Olga FLOR Die rechte Braut
64
Max GAD Alte Geschichte
67
Joachim G. HAMMER Sterbenslust - Gedichte
68
Sonja HARTER Gedichte
71
Willi HENGSTLER Parkers Poetik
73
Klaus HOFFER Eine Verwechslung (Erzählung)
76
Markus JAROSCHKA Vom Nicht-in-der-Welt-Zuhause-sein (Erzählung, Auszug)
78
Gloria KAISER Canudos
82
Alfred KOLLERITSCH Gedichte über die Jahre hinweg
84
Fritz KRENN ... oder etwa wie früher an einem noch gültigen Ort
87
Matthias MANDER Das Eisvogel (Auszug)
90
Wolfgang POLLANZ Morrison an der Mur (Episoden)
93
Birgit PÖLZL Meine Frau (Monolog)
97
Andrea SAILER Philosophischer Abend / Pause / Am Grab der Mutter / Gedicht
99
Werner SCHANDOR Don't ever touch her (Novelle, Auszug)
103
Friederike SCHWAB Das Schöne - die überallhin sich rettende Spur (Gedichte)
105
Christian TEISSL Die Flucht der Wörter (Gedichte, Auszug)
108
Martin G. WANKO Wisdom - Soulfood (Romanauszug)
110
Franz WEINZETTL Schreiben und Lesen/Notizen
112
Monika WOGROLLY St. Lambrecht Juni 2003
115
Robert WOLF Griestag (Stück)
118
Andrea WOLFMAYR Marias Baum (Erzählung)
125
Herbert ZINKL Wendlers Insel (Romanauszug)
127
 
ZU DEN AUTORiNNEN UND KÜNSTLERiNNEN
133


25. LITERARISCHES STÄDTEPROJEKT

Im Rahmen des Literaturprojektes "transLOKAL - Literatur aus europäischen Städten" in Kooperation mit GRAZ 2003 - KULTURHAUPTSTADT EUROPAS"
gemeinsam mit dem Kulturamt der Stadt Graz, Grazer Stadtmuseum, KulturKontakt Austria
und dem Cultural City Network (CCN).

Dieses Literaturprojekt wird durch das Kulturamt der Stadt Graz und von
GRAZ 2003 - KULTURHAUPTSTADT EUROPAS finanziell besonders gefördert.

25. STADT: LITERATUR AUS GRAZ

Verantwortlich für die Auswahl: Dr. Jale MELZER-TÜKEI, Graz.
Hauptteil der Übersetzungen: Sara HEIGL, Graz,
Weitere Übersetzungen: Barbara FRISCHMUTH, Alt Aussee, Murat AYGAN, Zeynep AYGAN
beide Graz, Erhan ALTAN, Wien, sowie Yüksel PAZARKAYA und Christopher KUBASECK.
Die Rechte der ausgewählten Texte liegen bei den Autoren bzw. bei den Verlagen.
Für die freundliche Genehmigung des Abdrucks dankt die Literaturzeitschrift LICHTUNGEN.

Bisher erschienen:
1. Stadt: LITERATUR AUS KRAKÓW/KRAKAU, LICHTUNGEN 67/'96
2. Stadt: LITERATUR AUS LJUBLJANA/LAIBACH, LICHTUNGEN 69/'97
3. Stadt: LITERATUR AUS ZAGREB/AGRAM, LICHTUNGEN 72/'97
4. Stadt: LITERATUR AUS BRATISLAVA/PRESSBURG, LICHTUNGEN 74/'98
5. Stadt: LITERATUR AUS TRIESTE/TRST/TRIEST, LICHTUNGEN 76/'98
6. Stadt: LITERATUR AUS SARAJEVO (TEIL I), LICHTUNGEN 77/'99
6. Stadt: LITERATUR AUS SARAJEVO (TEIL II), LICHTUNGEN 79/'99
7. Stadt: LITERATUR AUS PÉCS/FÜNFKIRCHEN, LICHTUNGEN 80/'99
8. Stadt: LITERATUR AUS TIMISOARA/TEMESWAR, LICHTUNGEN 81/2000
9. Stadt: LITERATUR AUS DUBLIN, LICHTUNGEN 82/2000

10. Stadt: LITERATUR AUS LEMBERG/LWIW/LWÓW, LICHTUNGEN 83/2000
11. Stadt: LITERATUR AUS ST. PETERSBURG, LICHTUNGEN 84/2000
12. Stadt: LITERATUR AUS MADRID, LICHTUNGEN 85/2001
13. u. 14. Stadt: LITERATUR AUS TIRANA (Albanien) u. PRISHTINA (Kosovo),
                 LICHTUNGEN 86/2001
15. Stadt: LITERATUR AUS BRNO/BRÜNN, LICHTUNGEN 87/2001
16. Stadt: LITERATUR AUS BORDEAUX, LICHTUNGEN 88/2001
17. Stadt: LITERATUR AUS BERLIN, LICHTUNGEN 89/2002
18. Stadt: LITERATUR AUS GLASGOW, LICHTUNGEN 90/2002
19. Stadt: LITERATUR AUS PLOVDIV, LICHTUNGEN 91/2002
20. Stadt: LITERATUR AUS BEOGRAD/BELGRAD, LICHTUNGEN 92/2002
21. Stadt: LITERATUR AUS AMSTERDAM, LICHTUNGEN 93/2003
22. Stadt: LITERATUR AUS SKOPJE, LICHTUNGEN 94/2003
23. Stadt: LITERATUR AUS TALLINN, LICHTUNGEN 95/2003
24. Stadt: LITERATUR AUS ISTANBUL, LICHTUNGEN 96/2003

Das große Literaturprojekt "transLOKAL - LITERATUR AUS EUROPÄISCHEN STÄDTEN" wird im Verlauf einiger Jahre die zeitgenössische Literatur verschiedener Regionen Europas darstellen. Dieses Projekt ist auch eingebettet in das große Kulturprojekt "GRAZ 2003 - KULTURHAUPTSTADT EUROPAS". Für die LICHTUNGEN ist der folgende Gedanke tragend: Literatur kann ein sehr wichtiges Mittel für "Weltöffnung" sein. Dieses Projekt ist daher auch für die Stadt Graz ein Kulturbaustein unter vielen, "Grenzüberschreitungen" zu wagen

Die Redaktion


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